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Warum die Kommunikation mit dem Publikum so wichtig ist

Als Musiker kommuniziert man mittels der Musik.

Man kommuniziert einerseits die Musik an sich, andererseits kommuniziert man sichselbst, durch die Musik.

 

Ich erinnere mich... als Kind... beim Spielen am Instrument konnte ich mich äussern. Ja, es wurde von mir erwartet mich zu äussern und man hörte mir zu. Jahre später, 30 Jahre später hat mich die Erkenntnis wie ein Blitz getroffen. Das war DER GRUND warum ich gespielt habe und immer weiter gespielt habe, und immer weiter spielen werde. Musik basiert auf Kommunikation.

 

Während meiner frühen Studien als Teenager an der Musikuniversität wurde meine Aufmerksamkeit durch den Lehrer auf die 'Technik' gelenkt. Was gut und wichtig war. Jedoch ist die Technik immer nur Mittel, nie Zweck an sich. In meinen späteren Studien wurde ich stets mit dem Aspekt der Kommunikation konfrontiert. Man könnte es sich leicht machen und sich als Künstler sozusagen 'hinter' der Musik verstecken. Alles 'richtig' machen. Aber damit sagt man nichts, man berührt nicht, man bewegt nicht. Darum geht es auch nicht. Nicht in der Musik und nicht im Leben. Hiding is NOT an option. Auf holländisch gibt es einen passenden Ausdruck dafür: 'met de billen bloot'. Was soviel bedeuted, wie 'mit nacktem Gesäß', 'nackt' also.

Man tritt nackt vor das Publikum. Und obwohl schon nackt, bleibt man sich ausziehen.

 

Ein verehrter Kollege, Künstler meinte einmal in etwa (so wie ich mich daran erinnere und in meinen Worten) "Man erzählt (zeigt) dem Publikum etwas, was sie entweder nicht kennen, oder nicht kennen wollen." Das hat schon was.

 

Was hat die Alexander Technik damit zu tun?

So wie ich es erfahren habe, kann die Alexander Technik beim Ausziehen helfen. Lage für Lage wird abgelegt. Manierismen werden abgelegt. Vermeintliche Sicherheiten werden abgelegt. Zwänge und Überzeugungen werden abgelegt. (Können abgelegt werden) Man wird transzendenter, durchlässiger für die Musik.  Ursprünglichkeit bekommt Raum. Im wahrsten Sinne des Wortes. Es wird Raum gegeben. Raum an sichselbst. Raum als Volumen, Expansion und Raum als Zeitlosigkeit. Raum für Spontanität. Raum für Offenheit und Flexibilität. Raum für Musik. In gewissem Masse auch Raum für den Zuhörer. Man lässt ihn zu, lässt ihn teilhaben an einem selbst.

 

In dem Moment, in dem man spielt und der Zuhörer zuhört, ist man 1 (eins.) Durch das gleichzeitige, momentane Erfahren der Musik ist man eine Einheit.

 

Ja, Musik verbindet.

 

(f*** Corona)

Anna Schweizer

Alexander Technik Lehrerin und Cellistin


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