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Guter Klang??

Wie wird erstrebenswerter Klang definiert? Was ist  ein 'guter' Klang, und was bewirkt dieser beim Zuhörer?

Oft wird gesprochen von einem guter Klang, super sound. Wenn man ihn hört, erkennt man ihn, aber wodurch erkennt man die Klangqualität als 'sehr gut'?

Definition eines erstrebenswerten Klanges.

 Im Versuch eine Antwort hierauf zu geben:

Man könnte sagen dass sich der 'erstrebenswerte Klang' grundsätzlich in zwei Kategorien einteilen lässt.

1. Der 'Basisklang'.

2. Der 'Gefühlsklang'. Ein Klang, der am meisten, am direktesten das jeweilige Gefühl kommuniziert, welches der Künstler vermitteln will.

Ohne einen gut ausgearbeiteten, befriedigenden Basisklang lässt sich der 'Gefühlsklang' nicht gut erreichen.

Dabei scheint mir, dass der Basisklang sozusagen eine 'Norm' darstellt, der je nach Musikstil, Stimmungen, Anweisungen etc. modifiziert, verfeinert wird.

Basisklang

Wie also definiere ich einen erstrebenswerten Basisklang?

Einige Eigenschaften: Satt, voll, geerdet und doch leicht, flexibel, rund, obertonreich, erhebend, warm.

Gefühlsklang

Welcher Klang passt zum jeweiligen Musikstil? Ganz klar, Haydn Cellokonzert braucht einen anderen Klang als Dvorak Cellokonzert. Haydn: klar, hell, golden, reich. Dvorak: voll, leidenschaftlich, saftig, dicht, intensiv.

Welcher zur jeweiligen Stimmung? Ein Klang, der Einsamkeit, Dürre vermitteln möchte ist natürlich völlig anders als einer der Verliebtheit, überschwängliche Gefühle vermitteln will. Und so weiter.

Ein Experiment: Wähle einen Ton. z.B. das c. Nimm Dir ein Gefühl vor und gestalte den Ton demnach. Dann mit einem anderen Gefühl, etc.

Über die Auswirkungen der Klangqualität beim Zuhörer.

Die Qualität der Klanges hat direkt Auswirkungen auf den Zuhörer. Wenn befriedigend, wirkt dieser erhebend, entspannend, einigend, harmonisierend, ja, auch reinigend, schmeichelnd, besänftigend, befreiend, lösend. (Um nur einiges zu nennen).

Im eher ungünstigen fall kann Klang genau die entgegengesetzen Wirkungen haben und verkrampfend, deprimierend, einengend, erstickend, etc. wirken.

Wie wir sind spielen wir, oder mit anderen Worten: Der Klang wiederspiegelt direkt unsere Eigenschaften. (The sound is determined by the way we use ourselves)

Es ist vielleicht schon aufgefallen dass die jeweilige Tagesverfassung einen Einfluss auf den Klang hat. Das geht jedoch viel weiter. Die Eigenschaften die wir implementieren, der Cluster an Gewohnheiten mit denen wir uns identifizieren wiederspiegelt sich im Klang. Einige Beispiele dazu: Wir sind angespannt, der Klang ist angespannt. Man forciert, der Klang ist forciert. Man will zu viel, probiert zu fest, der Klang klingt erzwungen. Man hat wenig Energie, wenig Tonus, dem Klang misst es an Spannkraft. Die Arme sind schwer, der Klang ist träge. Und so weiter.

 

Daher! Die Arbeit am Klang beginnt immer und grundsätzlich mit der Arbeit an sich selbst!


Anna Schweizer

Alexander Technik Lehrerin und Cellistin


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