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Was wirklich passiert wenn Du stoppen kannst beim Üben

 

 

Musik ist Bewegung. Und trotzdem oder gerade deswegen ist es so wichtig, dass wir selbst, die Musizierenden uns üben im Innehalten oder Stoppen beim Einstudieren von Musik. In diesem Artikel erkläre ich Euch warum das so wertvoll ist.

 

 

 

 

 

 

 

Halte Dich zurück im Einwilligen Deiner Reaktion auf einen Stimulus und Du findest den Moment der Freiheit.

 

 

 

 

 

 

 

Letztendlich will man als Musizierender frei sein, völlig im Moment sodass man Herrscher ist über die Zeit, Herrscher über sein unmittelbares Spiel und dadurch frei, flexibel und unbefangen in der Interpretation.

 

 

 

 

 

 

 

Übe Dich im Stoppen und stoppe beim Üben.

 

 

 

 

 

 

 

Wie meine dreijährige Tochter ihr erstes Fahrrad bekommen hatte mit Stützrädern haben wir nicht so sehr das Fahrradfahren geübt, sondern wir haben das Bremsen geübt. Fahrradfahren geht fast von alleine, Bremsen ist jedoch für die eigene Sicherheit und die Sicherheit der Umgebung essenziell.

 

 

 

 

 

 

 

Im Üben am Instrument ist es ungefähr ähnlich. Es ist viel leichter um durchzuspielen und immer weiter zu spielen als zu stoppen. Beim "immer weiter spielen" übt man jedoch allerlei ungünstige Gewohnheiten mit ein. Wenn man stoppen kann, gibt man sich die Möglichkeit zu einem bewussteren Umgang mit der Materie und kann man sich sozusagen loszukoppeln vom unbewussten Spiel.

 

 

 

 

 

 

 

Nicht-spielen wird wichtiger als Spielen

 

 

 

 

 

 

 

Was dazu kommt beim "immer weiter spielen" und nicht stoppen können ist, dass man es weniger gut merkt, wenn sich unnötige Spannungen aufgebaut und ungünstige Bewegungsabläufe eingeschlichen haben. Die Wahrnehmung des Selbst im Spiel wird vermindert. Durch Stoppen kommst Du sozusagen wieder zurück nach Zero, zurück zu einer neutraleren, objektiveren Haltung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Übe kurze Fragmente

 

 

 

 

 

 

 

Du kannst das Stoppen so üben, dass Du jeweils kurze Fragmente spielst. Wenn Du dann merkst, dass Du verkrampfst kannst Du stoppen und die übermäßige Spannung loslassen. Das nächste Fragment fängst Du dann wieder mit weniger unnötiger Muskelspannung an zu spielen. Auch bei schwierigeren Passagen ist es hilfreich um die Passage in kurze Stücke aufzubrechen. Jeweils wenn Du merkst, dass Du den Atem anhältst und verspannst, kannst Du wieder stoppen und zurückkommen nach "Zero". Nach und nach kannst Du die kürzeren Elemente zusammenfügen.

 

 

 

 

 

 

 

Du wirst merken, dass Du immer schneller Verkrampfungen erkennen kannst und immer längere Passagen freier spielen kannst. Diese Freiheit äußert sich sowohl mental als auch körperlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Ziel ist es 'gute Erfahrungen' einzuüben.

 

 

 

 

 

 

 

Auch wenn Du z.B. einen Takt nur einmal spielst aber mühelos und wünschenswert, ist das besser als wenn Du ihn dreimal verkrampft spielst und einmal 'gut'. Es ist empfehlenswert um 'fehlerhaftes' bzw. verkrampftes unschönes Spiel zu vermeiden und Dir selbst 'gute Spielerfahrungen' zu gönnen. Dadurch baust Du Vertrauen auf in Deine Fähigkeiten und baust zugleich einen Cluster von positiven Erinnerungen auf die Dich stärken.

 

 

 

 

 

 

 

Was Du dadurch schaffst, wird in der Alexander Technik umschrieben als "A Constant Influence for Good."

 

 

 

 

 

 

 

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren, Experimentieren und Entdecken. Wir können uns diesem Prozess von "Stoppen" auch gerne in einer persönlichen Alexander Technik Session widmen, schreibe mir nach anna@alexandering.at